Dank nachhaltiger Landwirtschaft und Imkerei schafft Charles, Projektteilnehmer bei World Vision, neue Perspektiven für seine Familie.

In den ländlichen Regionen Ugandas sehen sich Kleinbauernfamilien mit vielschichtigen Herausforderungen konfrontiert: ausgelaugte Böden, zunehmend unberechenbare Niederschläge und ein erschwerter Zugang zu Märkten beeinträchtigen die landwirtschaftliche Produktion und damit die Lebensgrundlagen ganzer Haushalte. Gleichzeitig wächst der Druck auf natürliche Ressourcen. Vor diesem Hintergrund setzt das von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) unterstützte Globalprogramm Resilience 360° von Interaction an, welches, unter anderen, von World Vision Schweiz und Liechtenstein gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen umgesetzt wird.
Von World Vision Schweiz und Liechtenstein
Wie sich diese Ansätze konkret auf das Leben von Menschen auswirken, zeigt die Geschichte von Charles aus dem Dorf Yiddu. Der engagierte Landwirt bewirtschaftet Land, das er von seinem Vater übernommen hat. Entgegen gängiger Praxis entschied er sich früh, die vorhandenen Bäume nicht zu roden, sondern zu erhalten.
Durch die gezielte Unterstützung von World Vision erhielt Charles Zugang zur Methode der «Farmer Managed Natural Regeneration» (FMNR), einem Ansatz, der auf der Wiederbelebung vorhandener natürlicher Ressourcen basiert. Anstatt neue Bäume zu pflanzen, werden bestehende Wurzelstöcke geschützt, wodurch sich degradierte Flächen schrittweise regenerieren können. Für Charles hat sich vieles verändert: Die Erträge sind gestiegen und seine Familie kann sich heute stabiler versorgen.
„Ich habe durch die Schulungen von World Vision viel gelernt – dafür bin ich sehr dankbar.“ (Charles, Projektteilnehmer)

Eine zusätzliche Dynamik erhielt seine Entwicklung durch die gezielte Förderung der Imkerei: Aufbauend auf vorhandenen Kenntnissen wurde Charles durch World Vision in zentralen Aspekten des Bienenstock-Managements sowie der Honigproduktion und -verarbeitung weitergebildet. Dieses Wissen ermöglichte es ihm, die Imkerei als eigenständigen und wirtschaftlich tragfähigen Betriebszweig zu etablieren. Inzwischen besitzt er 62 Bienenstöcke, von denen aktuell 40 besiedelt sind. Unter günstigen Bedingungen kann jeder einzelne bis zu 30 Kilogramm Honig pro Jahr liefern. Neben Honig vermarktet Charles auch Wachs und Propolis – und schafft sich damit mehrere, sich ergänzende Einkommensquellen.
Gleichzeitig entfaltet die Imkerei eine positive ökologische Wirkung, indem sie die Bestäubung fördert und so zur Stärkung der lokalen Biodiversität beiträgt.

Charles richtet seinen Blick bereits in die Zukunft: Als nächsten Entwicklungsschritt plant er den Anbau von Passionsfrüchten. Diese sollen nicht nur zusätzliche Einkommensquellen erschliessen, sondern auch die Honigproduktion weiter begünstigen, da sie eine wertvolle Nahrungsquelle für die Bienen darstellen.
Seine Geschichte steht exemplarisch für die Wirkung des Projekts: Sie zeigt, wie die Kombination aus ökologisch nachhaltigen Anbaumethoden und gezielter Förderung von Einkommensmöglichkeiten die Resilienz von Kleinbauernfamilien nachhaltig stärken kann. So wurden bereits im ersten Projektjahr 1’423 Landwirt:innen (349 aus Dörfern, in denen Flüchtlinge aus Sudan, Südsudan und Kongo leben) in agroökologischen Methoden geschult (85% von ihnen wenden bereits vier verschiedene Methoden an). Ausserdem konnten 200 einkommensschaffende Initiativen (wie Honigproduktion oder Geflügelzucht) gestartet werden.
Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit und zum Schutz natürlicher Ressourcen und eröffnet Familien konkrete und tragfähige Perspektiven für die Zukunft.
Resilience 360° fördert von 2025 bis 2028 unter anderem nachhaltige Bewirtschaftungsformen und stärkt gezielt einkommensschaffende Aktivitäten, wie dieses Projekt von World Vision Schweiz und Liechtenstein, welches Teil von Interactions Globalprogramms ist, illustriert. Dieser Artikel ist auch im Jahresbericht 2025 von Interaction erschienen.
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