Tschad: Stärkung der Widerstandsfähigkeit durch agrarökologische Praktiken

Seit 2025 unterstützt FH Schweiz ein Projekt im Tschad, das erste vielversprechende Ergebnisse liefert.

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FH Tchad Bernadette 26
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23 Juli 2026
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Im Jahr 2025 hat FH Schweiz ihre Aktivitäten auf den Tschad ausgeweitet. Mit dem Projekt„Stärkung der Agrarökologie für die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln“, soll die Widerstandsfähigkeit von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in der Provinz Mandoul gefördert werden. Bernadette Ndiguindji, eine Projektteilnehmerin, berichtet von ihren Erfahrungen mit den neu erlernten agrarökologischen Praktiken.

Von FH Schweiz

Das FH-Projekt in der Provinz Mandoul im Tschad gliedert sich in zwei Bereiche: einerseits konzentriert es sich auf den strukturellen Wandel der landwirtschaftlichen Praktiken, indem Schulungen zu agrarökologischen Methoden angeboten werden und andrerseits werden Lebensmittel verteilt. Bernadette Ndiguindji aus dem Dorf Kemkada, die als Landwirtin tätig und Mitglied der Frauengruppe NDIYAN-IKLA ist, berichtet von dem Weg, den sie dank des Projekts zurückgelegt hat:

„Mein grösster Stolz ist es, dass ich zur Ausbilderin geworden bin. Ich bin nicht mehr allein, sondern betreue eine Gruppe von 15 Frauen in Kemkada. Wir betreiben keine Subsistenzlandwirtschaft mehr, sondern eine Landwirtschaft des Fortschritts. Anfangs war ich skeptisch und fragte mich, wie ich meine Familie ohne chemische Düngemittel ernähren sollte, wo ich das doch selbst mit ihnen nicht geschafft hatte. Heute schaue ich auf mein Feld und sehe die Antwort.“

800 kg Kompost

Dank der Schulungen produziert Bernadette Ndiguindji nun 800 kg Kompost pro Zyklus. In ihren Worten ist der Kompost das „schwarze Gold“, das ihrem Boden kostenlos neues Leben einhaucht. Sie muss kein Geld mehr ausgeben, um ihre Kulturen durch den Kauf giftiger Pestizide zu schützen. Sie stellt ihre eigenen Biopestizide auf der Basis von Neem und Chili her und sagt: „Das ist gesund, kostenlos und so wirksam, dass meine Nachbarinnen und Nachbarn zu mir kommen, um es zu kaufen.“

Bernadette Ndiguindji hat eine erste Schulung zur Herstellung von Kompost und Biopestiziden absolviert. Während dieser Schulung wurde ein partizipativer Ansatz verfolgt, um das Verständnis der Themen zu erleichtern. Eine zweite Schulung zu Mulchtechniken, Fruchtfolge und Hecken hat gezeigt, dass diese Praktiken nicht nur die Erträge steigern, sondern auch dazu beitragen, die geschädigten Landschaften der Sahelzone wiederherzustellen.

„Die Mulchtechnik war eine Offenbarung: Mein Boden bleibt feucht, selbst unter sengender Sonne, und meine Mais-, Auberginen- und Okra-Pflanzen bleiben kräftig, wo andere welken“, berichtet die Landwirtin.

Ausstattung für mehr Selbstständigkeit

Um die technischen Fähigkeiten der 10 als Leader:innen ausgebildeten Produzentinnen und Produzenten im Bereich der Kompost- und Biopestizidherstellung zu stärken und ihnen Selbstständigkeit zu ermöglichen, wurde eine Verteilung von Produktionssets organisiert. Diese Sets umfassen unter anderem Schubkarren, Giesskannen und Planen.

„Ihr habt uns nicht nur Hilfe gebracht, Ihr habt uns unsere Würde zurückgegeben. Ich hoffe, dass diese Unterstützung fortgesetzt wird, damit andere Mütter aus Mandoul wie ich ihre Kinder dank der landwirtschaftlichen Arbeit gesund aufwachsen sehen und zur Schule gehen können.“

Die Wirkung in Zahlen

Nach einem Jahr zeigt das Projekt wichtige Veränderungen für die Gemeinschaft:

  • ein durchschnittlicher Ertragsanstieg von 45 %;
  • 90 % der Haushalte der Leader-Landwirtinnen und Landwirte nehmen drei Mahlzeiten pro Tag zu sich (Anstieg um 50 %);
  • 100 % der Kinder der Leader-Landwirtinnen und Landwirte konnten dank der Einnahmen aus dem Gemüseanbau weiterhin die Schule besuchen.

 

Dieses Projekt wird im Rahmen des Globalprogramms „Resilience 360“ umgesetzt, das von Interaction koordiniert und von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) kofinanziert wird.

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