Tansania: Ein Fischteich stärkt eine ganze Gemeinschaft

Matthieu Dobler Paganoni, Geschäftsleiter von Interaction, berichtet über seinen Projektbesuch bei World Vision Tanzania.

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26 Februar 2026
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Im Rahmen eines Projektbesuchs bei World Vision Tanzania, Partnerorganisation von World Vision Schweiz und Liechtenstein besuchte ich letzte Woche die Gemeinde Wasa in der Region Morogoro im Osten Tansanias. Dort traf ich Patrick Msombe und seine Tochter Maria. Was auf den ersten Blick wie ein einfacher Fischteich aussieht, erzählt eine viel grössere Geschichte über Resilienz, Unternehmertum, Familie und einen Glauben, der still wirkt.

Von Matthieu Dobler Paganoni, Interaction Schweiz

Patrick ist Landwirt. Wie viele in Wasa baut er Mais an und hält Nutztiere. Vor einigen Jahren bemerkte er, dass Fisch in der Gegend kaum erhältlich war, trotz grosser Nachfrage. Kinder bekamen nicht genug nahrhafte Lebensmittel, und Familien hatten keinen Zugang zu einer erschwinglichen Proteinquelle. Patrick erkannte eine Lücke und eine Chance. Da er nicht wusste, wo er anfangen sollte, wandte er sich an den lokalen landwirtschaftlichen Beratungsdienst und fragte, wo er Fischbrut bekommen könnte. Die Antwort überraschte ihn: «Wir vermitteln Sie an World Vision.»

Patrick erklärt während des Projektbesuchs in Wasa wie der Fischteich funktioniert. 

Über World Vision wurde Patricks Teich geprüft und genehmigt, und er wurde zu einer Schulung zur Fischteichbewirtschaftung in der Region Morogoro eingeladen. Im Jahr 2024 baute er gemeinsam mit seiner Frau den ersten Teich. Was als Experiment begann, wurde rasch zu einem Familienprojekt. Heute helfen alle mit, auch Maria.

Patrick startete mit rund 1000 Tilapia in einem einzigen Teich. Tilapia eignen sich gut für das lokale Klima, sind relativ pflegeleicht und nahrhaft, besonders wichtig für Kinder unter zwei Jahren, da Fisch essenzielle Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren liefert. Einen Teil der Fische verkauft Patrick lokal in Wasa, den Rest behält er für die eigene Familie.

«Wir essen heute besser», sagt Patrick und beschreibt damit eine der wichtigsten Veränderungen für seine Familie.

Patrick ist nicht allein. Er ist Teil einer Produzent:innengruppe, die von World Vision unterstützt wird, einer von 32 Fischfarmen in der Region, 18 davon mit Fokus auf Tilapiazucht. Das Ziel des Programms ist es, die Ernährungssituation zu verbessern und gleichzeitig Einkommensmöglichkeiten zu schaffen. Die Gruppe hat 32 Mitglieder und erhielt praktische Unterstützung, darunter anfängliches Fischfutter. Gemeinsam bauten die Mitglieder zudem ein Lagerhaus für eine Futtermittelmaschine, die über das Programm finanziert wurde, damit sie künftig unabhängiger produzieren können.

Die Wirkung reicht weit über Patricks Haushalt hinaus. Mit den Einnahmen aus den Fischteichen kann er die Schulbildung seines Enkelkindes unterstützen. Inzwischen besitzt er drei Teiche und baut derzeit einen vierten. Er möchte mehr lernen, sein Geschäft weiterentwickeln und neue Ideen ausprobieren.

Mitglieder der Produzent:innengruppe und Projektmitarbeitende von World Vision beim Projektbesuch.

Beim Zuhören musste ich unweigerlich an die Geschichte Jesu denken, der Tausende mit nur wenigen Fischen und Broten speiste. Patricks Fischteiche sind kein Wunder im dramatischen Sinne, aber sie multiplizieren still, was er empfangen hat. Der Segen bleibt nicht bei ihm; er ernährt andere, stärkt Familien und nährt eine Gemeinschaft.

Genau deshalb sind Partnerschaften in der internationalen Zusammenarbeit so wichtig. Durch die Zusammenarbeit von Interaction mit World Vision Schweiz und Tanzania treffen lokale Initiative und praktische Unterstützung aufeinander, und glaubensinspirierte Werte werden zu greifbarer Veränderung. In Wasa kommt Hoffnung nicht von aussen. Sie wächst in Teichen, wird auf dem Markt geteilt und von einem Vater an seine Tochter weitergegeben. (Matthieu Dobler Paganoni).

Manchmal beginnt Transformation wirklich mit nur ein paar Fischen und der Bereitschaft, sie zu teilen.

Dieses Projekt gehört zum Globalprogramm Resilience 360 von Interaction, das in Zusammenarbeit mit World Vision Schweiz und weiteren sieben Mitgliedsorganisationen des Dachverbands und deren Partner umgesetzt wird.

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