Die Teilnehmenden diskutierten in Workshops über neue Ansätze in der gemeindebasierten Friedensarbeit.

Vom 6. bis 9. Mai 2025 nahmen Matthieu Dobler Paganoni und Melanie Wirth von Interaction an der internationalen Konferenz des Christian Community Development (CCD) Netzwerks in Frankfurt am Main teil, welche der Dachverband dieses Jahr mitorganisierte. Unter dem Leitmotiv „Seeking Peace in Uncertain Times“ kamen kirchliche und glaubensbasierte Akteur:innen aus aller Welt zusammen, um angesichts zunehmender globaler Unsicherheiten neue Ansätze für gemeindebasierte Friedens- und Entwicklungszusammenarbeit zu diskutieren.
Die Konferenz umfasste verschiedene Workshops, die nach dem Dreischritt „See – Discern – Act“ aufgebaut waren. In einem Workshop zum Thema Peacebuilding stand zunächst das „Hinsehen“ im Mittelpunkt: Konflikte wurden nicht nur als Bedrohung, sondern auch als Lern- und Wandlungsräume verstanden. Anhand des Eisberg-Modells wurde deutlich, dass sich viele Ursachen für Spannungen unter der Oberfläche verbergen – in Gefühlen, Werten, Ängsten oder unausgesprochenen Bedürfnissen. Wird ein Konflikt nur oberflächlich gelöst, können bestehende Ungleichgewichte oder Auseinandersetzungen sogar verfestigt werden.
In der zweiten Phase (Discern) reflektierten die Teilnehmenden ihr eigenes Verhalten in Konfliktsituationen mithilfe von fünf Tiermetaphern: das konfrontative Nashorn, der vermittelnde Delfin, die sich zurückziehende Schildkröte, der analytische Fuchs und der harmoniebedürftige Teddybär. Diese Bildsprache half dabei, das eigene Reaktionsmuster zu erkennen und in Zukunft gezielter und kontextsensibler zu handeln. Die zentrale Erkenntnis: Es gibt nicht den „richtigen“ Stil – entscheidend ist die Fähigkeit, flexibel zu agieren.
Abschliessend ging es im Abschnitt „Act“ um die eigene Haltung: Was macht eine:n Friedensstifter:in aus? Peacebuilding beginnt nicht bei der Methode, sondern bei der Persönlichkeit. Die Teilnehmenden wurden ermutigt, über Gewohnheiten und Charakterzüge nachzudenken, die sie in ihrer Rolle als Friedensstifter:innen kultivieren möchten.
Umrahmt waren die Workshops von theologischen Impulsen, Andachten, Gebeten, Momenten des Klagens und dem gemeinsamen Lobpreis. Dabei wurde der Theologe Jürgen Moltmann mit den folgenden Worten zitiert:
„Christentum ist von Anfang bis Ende Eschatologie, ist Hoffnung, die nach vorne schaut und nach vorne geht und deshalb auch die Gegenwart revolutioniert und verwandelt.“
Hoffnung sei somit keine naive Haltung, sondern ein realistischer, zukunftsgerichteter Antrieb – gerade inmitten von Unsicherheit. Die Konferenz bot somit Raum für tiefgehenden Austausch, neues Lernen und setzte wichtige Impulse für die zukünftige Arbeit der Teilnehmenden. Mit frischen Ideen, gestärkten Partnerschaften und erneuertem Engagement kehren sie in ihre jeweiligen Kontexte zurück – bereit, das Gelernte in konkrete Schritte zu übersetzen. In einer Zeit, in der Unsicherheit zur Konstante geworden ist, wird das gemeinsame Streben nach ganzheitlichem Frieden umso dringlicher.
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