HKM Schweiz, Mitglied von Interaction, unterstützt mit einem Projekt unterdrückte und ausgebeutete Christ:innen.

Schuften in der Hitze ohne Ende, und die Schulden wurden nicht weniger – so erging es dem Ehepaar Nasira und Rehmat in Schuldknechtschaft. Sie lebten viele Jahre als verarmte Christ:innen und Sklav:innen in der Region Punjab in Pakistan. Hilfe für Mensch und Kirche (HMK), Mitglied von Interaction, unterstützte sie mit ihren Partnerorganisationen vor Ort bei der Befreiung aus der Schuldknechtschaft hin zu einem Leben in Würde und Freiheit.
Von Miriam Grün, HMK Schweiz
Die Eltern von Rehmat hatten einen Kredit aufgenommen und nach ihrem Tod fiel die Verantwortung für dessen Rückzahlung auf ihren Sohn und dessen Ehefrau Nasira. Beide arbeiteten hart in der Ziegelei ihres Gläubigers. Jahrelang bezahlten sie die Schulden ab, obwohl sie kaum genug zum Leben hatten. Dieses System der Ausbeutung ist in Pakistan nicht selten und geht einher mit der Diskriminierung der christlichen Minderheit im Land. Verarmte Christinnen und Christen landen in einem Schuldenberg, den sie trotz harter Arbeit nie tilgen können. Sie leben auf dem Areal der Ziegelbrennereien, ohne medizinische Versorgung oder Bildungsmöglichkeiten. Die muslimischen Besitzer der Ziegeleien sehen die Angehörigen der christlichen Gemeinschaft als Bürger:innen zweiter Klasse an und behandeln sie herablassend und gewalttätig.
Als Rehmat und Nasira eine Zahlung nicht rechtzeitig machen konnten, schlug der Besitzer der Ziegelei den Familienvater brutal zusammen. Durch den Angriff erlitt Rehmat Beinbrüche, wodurch er arbeitsunfähig wurde. Nun musste Nasira allein für den Lebensunterhalt der Familie sowie die Arztkosten ihres Mannes aufkommen. Gleichzeitig belästigte sie der Ziegeleibesitzer andauernd. In ihrer Verzweiflung nahm sie weitere Kredite auf. Die Situation spitzte sich zu und ihr Leben wurde immer prekärer.
Die HMK Schweiz, Mitglied von Interaction, arbeitet mit pakistanischen christlichen Partnern zusammen, die sich gegen die Schuldknechtschaft einsetzen. Sie haben an mehreren Standorten Schulen für die Kinder der Sklavenfamilien eröffnet. Gleichzeitig kaufen sie einzelne Familien frei, darunter auch die Familie von Rehmat und Nasira.
Ihre Schulden sind nun getilgt und sie müssen nicht mehr in der Ziegelei arbeiten, wo sie so viele Jahre unterdrückt und ausgebeutet wurden. Von den Partnern der HMK Schweiz bekommt die Familie drei Monate lang das nötige Geld, um eine Wohnung zu mieten und Essen zu kaufen. Ihre Kinder erhalten zum ersten Mal die Möglichkeit, in die Schule zu gehen. Sie wurden an ihrem neuen Wohnort mit einer Kirche vernetzt, die sie seelsorgerlich betreut. Rehmat und Nasira können endlich aufatmen – sie sind frei! Sie leben nicht mehr unter der Last ihrer Schulden. Mit der finanziellen Unterstützung aus dem Ausland haben sie ein Start-up gegründet und können nun auf eigenen Beinen stehen, um ihr Leben in Würde und Freiheit zu leben.
Foto: Familie, die in Schuldknechtschaft in einer Ziegelei arbeiten muss (Symbolfoto). HMK, 2025
Anmerkung: Dieser Artikel soll die vielseitige Arbeit der Mitgliedsorganisationen von Interaction weltweit aufzeigen. Das erwähnte Projekt wird nicht von Interaction ko-finanziert.
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