Nepal: Rhitiks Kampf für eine rechtzeitige Heilung von Lepra

Dank der Unterstützung der Lepra-Mission konnte der 13-jährige Rhitik seine Wunden heilen.

SHARE
Nepal Lepra Mission
|
27 Mai 2025
|

Mit 13 Jahren sollte Rhitik einem Ball nachjagen und unbeschwert spielen. Doch seit seinem neunten Lebensjahr bestimmt ein stechender Schmerz in seinem rechten Zeh sein Leben. In seinem abgelegenen Dorf in Nepal wurde ein einfaches Geschwür zu einem langen Leidensweg: Fehldiagnosen, unwirksame Behandlungen, medizinische Irrwege… bis hin zu einer Teilamputation und der plötzlichen Entfernung von allem, was eine Kindheit ausmacht: Schule, Spielen, Lachen.

Von Helen Woldu, Lepra-Mission Schweiz

Drei Jahre lang breitete sich die Lepra aus, ohne dass es jemand merkte. Hänseleien, Isolation und das Fehlen in der Schule wurden zu Rhitiks Alltag. Erst als er in seiner Region ein von der Lepra-Mission organisiertes Früherkennungscamp besuchte, kehrte die Hoffnung zurück. Eine Chance, eine Begegnung und alles änderte sich.

Krankenhaus in Anandaban

Im Camp hatte seine Mutter zum ersten Mal vom Krankenhaus in Anandaban gehört, einem nationalen Referenzzentrum, das für seine Kompetenz in der Behandlung von Lepra bekannt ist. Aufgrund dieses Hoffnungsschimmers beschloss sie, Rhitik ins Spital zu bringen. Dort erkannten die Ärzte endlich die Ursache für sein Leiden: eine fortgeschrittene Knocheninfektion, eine direkte Folge der Krankheit, die so lange ignoriert worden war.

In Anandaban erhielt Rhitik endlich eine angemessene Behandlung. Umgeben von einem aufmerksamen Ärzteteam wurde er gründlich untersucht, streng überwacht und operiert. Jeden Tag werden die Verbände sorgfältig neu angelegt, und seine Mutter wird in den wichtigsten Handgriffen geschult, damit sie die Pflege zu Hause fortsetzen kann. Das Krankenhaus bietet ihm auch psychologische Unterstützung in einer fürsorglichen Umgebung, in der er sich angehört und unterstützt fühlen kann.

Früherkennung: ein Schlüsselelement

Früherkennung ist von entscheidender Bedeutung. Wird die Lepra früh diagnostiziert, kann sie behandelt werden, bevor es zu Missbildungen, Amputationen und Schmerzen kommt. Durch Früherkennung kann auch die Übertragung der immer noch zu stark stigmatisierten Lepra gestoppt werden.

Dank der Unterstützung durch die Lepra-Mission ist Rhitik nicht mehr allein. Er pflegt seine Wunden, gewinnt sein Selbstvertrauen zurück und macht sich über seine Zukunft Gedanken. Er träumt davon, Arzt, Wissenschaftler oder Ingenieur zu werden. Und vor allem träumt er von einer Welt, in der kein Kind mehr seine Krankheit verstecken muss.

Das Projekt des Lepra-Spitals Anandaban in Nepal ist Teil des Globalprogramms von Interaction.

Mehr Informationen

Wenn es Ihnen gefällt, können Sie es teilen

Weitere Artikel

AGW_2026
Allianzgebetswoche 2026: Interaction ist mit einem Projekt dabei

An der diesjährigen Gebetswoche sammelt Interaction Spenden für ein Wasserprojekt in Jemen.

8 Januar 2026
Rings of Hope Neumitglied 2025
Rings of Hope ist neu Mitglied von Interaction

An der Mitgliederversammlung vom 28.11.2025 wurde die Organisation einstimmig gewählt.

16 Dezember 2025
Article Morija Tchad femmes 2025
Veränderung ja, aber mit Respekt für die lokalen Gegebenheiten

Morija berichtet von ihren Erfahrungen und den Herausforderungen mit den Spargruppen für Frauen im Süden des Tschads.

Geschlechtergleichheit  Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
15 Dezember 2025
Ich melde mich für den Newsletter an