Kambodscha–Thailand: WASH- und Landwirtschaftsprojekt durch Grenzkonflikt erschüttert

Interview mit David Venditti von Partage la Vie über die Auswirkungen des Grenzkonflikts auf ihre Projekte.

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PLV Cambodga
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7 Oktober 2025
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Im Mai dieses Jahres verschärfte sich der Grenzkonflikt zwischen Kambodscha und Thailand und liess die Spannungen aus der Kolonialzeit wieder aufflammen. Vor diesem besorgniserregenden Hintergrund bewaffneter Gewalt sprach Interaction mit David Venditti, dem Direktor unserer Mitgliedsorganisation Partage la Vie, die ihre WASH- und Landwirtschaftsprojekte an die neue Realität anpassen musste.

Was sind die Ursachen für diesen Konflikt und welche Folgen hat er für die Zivilbevölkerung?

Der Konflikt zwischen Kambodscha und Thailand hat seinen Ursprung in den Grenzverläufen aus der Kolonialzeit, die von Thailand nie akzeptiert wurden. Im Mai dieses Jahres flammte dieser alte Streit mit Artilleriefeuer und Bombardierungen wieder auf und zwang Zehntausende Kambodschaner:innen, aus ihren Häusern zu fliehen und sich in Notunterkünften zu drängen. Fast 500’000 kambodschanische Arbeiter*innen, die in Thailand lebten, mussten überstürzt zurückkehren, oft ohne jegliche Mittel. In den Provinzen Oddar Meanchey (im Norden Kambodschas, wo das Projekt von Partage la Vie durchgeführt wird), Preah Vihear, Banteay Meanchey und Battambang prägen niedergebrannte Dörfer, verlorene Ernten und geschlossene Schulen den Alltag, während auf beiden Seiten der Grenze weiterhin sporadische Angriffe stattfinden.

Welche Auswirkungen hat der Konflikt auf euer WASH-Projekt?

Die Auswirkungen des Konflikts auf unser WASH-Projekt in Oddar Meanchey sind erheblich. Die Bohr- und Latrinenbauarbeiten sind unterbrochen oder nur zeitweise zugänglich. Die Sensibilisierungsveranstaltungen zum Thema Hygiene wurden ausgesetzt, da Versammlungen verboten sind, und unser Team geht nun von Haus zu Haus, um die Familien zu unterstützen. Das Landwirtschaftsprogramm ist stark betroffen: Fast 50% der Teilnehmenden sind geflohen, während die anderen aus Angst vor neuen chemischen Angriffen auf die Aussaat oder die Viehzucht verzichten. Dennoch bleiben die bereits errichteten Infrastrukturen und die Errungenschaften im Bereich der Hygiene nachhaltige Fortschritte, auch wenn einige Anlagen durch die Kämpfe beschädigt werden könnten.

Wie plant ihr eure Arbeit zugunsten benachteiligter Gemeinschaften fortzusetzen?

Angesichts des Konflikts verfolgt unser Verein eine neue strategische Ausrichtung, um seine Aktivitätn zu sichern und die Kontinuität seiner Mission zu gewährleisten. Bis Ende 2025 werden wir in Siem Reap, ausserhalb der Kampfzone, einen ökologischen Modellbauernhof einrichten, der als Ausbildungszentrum für Familien dienen und zur Verbreitung nachhaltiger und widerstandsfähiger landwirtschaftlicher Praktiken beitragen soll. Dort werden zwei Holzhäuser, ein Schuppen, ein Gewächshaus, ein sicherer Hühnerstall und ein Fischteich gebaut. Im Jahr 2026 wird ein neues WASH-Projekt in der Region Siem Reap gestartet, das näher an unserer Logistikbasis liegt und sich an dem seit mehr als sieben Jahren erfolgreich durchgeführten Programm in Oddar Meanchey orientiert.

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