Ismaël: "Das Zentrum hat mein Leben verändert."

Der Verein Chryzalid unterstützt in der Elfenbeinküste Jugendliche, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind.

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Chryzalid en Côte d'Ivoire
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10 September 2024
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In der Elfenbeinküste ist Jugendkriminalität weit verbreitet. Minderjährige, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten, kommen nur selten aus dieser Situation heraus. Die Massnahmen um ihre Wiedereingliederung nach einer Inhaftierung zu fördern, sind spärlich. Abgesehen vom Mangel an Prävention und Alternativen zur Inhaftierung zählen die Jugendlichen nach ihrer Entlassung meist weder mit Betreuung noch geeigneten Strukturen für die Berufsbildung. Darüber hinaus erhöhen gebrochene familiäre Beziehungen oftmals die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr zur Kriminalität.

Wertschätzung und Respekt

Um dieser Problematik entgegenzuwirken, haben der Verein Chryzalid und sein lokaler Partner Fraternité des Prisons de Côte d’Ivoire das Rehabilitationszentrum Onésime geschaffen, welches vom Interaction-Fonds Igive2Help kofinanziert wird. Als wichtige Lernerfahrung heben die Projektverantwortlichen hervor, dass die Jugendlichen im Zentrum sehr schnell lernen und motiviert sind, wenn sie wertgeschätzt und respektiert werden. Dies setzt voraus, dass die Mitarbeitenden des Zentrums nicht nur über das Know-how, sondern auch die nötigen menschlichen Qualitäten verfügen, um die Jugendlichen bestmöglich zu betreuen. Viele der jungen Internatsschülerinnen und -schüler sehen dank des Projekts eine deutliche Verbesserung in ihrem Leben, so auch Ismael:

„Vor meiner Aufnahme ins Zentrum Onésime lebte ich mit meiner Mutter in Ferké. Als ich eines Tages ein Schaf stahl, musste ich ins Gefängnis. Neben dem Diebstahl rauchte ich Zigaretten und konsumierte Drogen. Nach meiner Freilassung wurde ich in der Nachbarschaft stigmatisiert und alle machten sich Sorgen um meine Rückkehr, was mich psychisch belastete. Während dieser Zeit des Grübelns schlugen mir die Beamten des Gerichts vor, in das Zentrum Onésime einzutreten. Nach einem Jahr Ausbildung kehrte ich zu meiner Familie zurück, um mich dort wieder einzugliedern und die Beziehung zu meinen Eltern zu festigen. Angesichts meiner Selbstdisziplin und der Ergebnisse, die ich während des Praktikums in der Fischzucht in der Stadt Toumodi erzielt hatte, wurde ich vom Projektverantwortlichen zurückgerufen. Heute arbeite ich auf einer Fischfarm, wo ich monatlich ein Gehalt erhalte. Dadurch bin ich in perfekter Harmonie mit meiner Familie. An den vergangenen Feiertagen habe ich zum Beispiel meiner Mutter Geld geschickt, damit sie meinen Brüdern Geschenke kaufen kann. Das Zentrum hat mich verwandelt und mein Leben verändert. Dank des Zentrums habe ich auch aufgehört zu stehlen und Drogen und Zigaretten zu konsumieren.“

Dieser Artikel wurde im Jahresbericht 2023 von Interaction veröffentlicht.

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