Rückblick auf 25 Jahre Arbeit zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung in Burkina Faso.

Ende August empfing Interaction in seinem Büro in Bern eine Delegation von Jéthro-Burkina, der Partnerorganisation von Jéthro-Suisse – Mitglied des Dachverbands. Im Interview zogen die Vertreter der Organisation Bilanz über die Erfolge ihres 25-jährigen Engagements zugunsten der nachhaltigen Entwicklung und Ernährungssouveränität.
Dieudonné Bargo (Präsident von Jéthro-Burkina): Nach 25 Jahren haben mehr als 600 Haushalte in 12 Dörfern Unterstützung beim Getreideanbau und bei der Milchwirtschaft erhalten. In Burkina Faso leben mehr als 80 % der Bevölkerung von der Landwirtschaft und Viehzucht, aber oft wird der Zusammenhang zwischen den beiden nicht hergestellt. Dank der Schulungen von Jéthro haben die Produzentinnen und Produzenten verstanden, dass das eine ohne das andere nicht geht: Wer Vieh züchtet, muss auch Ackerbau betreiben können, und wer Ackerbau betreibt, muss auch Vieh züchten. So verwenden die geschulten Personen beispielsweise Kuhdung zur Herstellung von organischem Dünger, um die Felder zu düngen.
Ein weiterer Erfolg ist die Teilnahme von Frauen an den Schulungen. Früher hatten sie kein Interesse daran, da sie keine grossen Flächen für die Produktion besitzen. Heute nehmen sie an den verschiedenen Schulungen teil, weil sie die Ergebnisse bei den bereits geschulten Personen sehen. In den letzten zwei Jahren haben sich vor allem Frauen für die Schulungen von Jéthro beworben.
Mady N. Ouédraogo (Direktor von Jéthro-Burkina): In den letzten Jahren haben wir auch begonnen, Ferienlager für Jugendliche zum Thema Landwirtschaft zu organisieren. Dort lernen sie die Grundlagen der Landwirtschaft und Viehzucht kennen. Wir versuchen, ihnen die Vorteile der Landwirtschaft näherzubringen: Der Staat kann nicht alle Menschen beschäftigen, aber mit der Landwirtschaft ist es möglich, den persönlichen Lebensunterhalt zu bestreiten und sogar besser zu leben. So können die Jugendlichen ihren Eltern helfen, wenn sie nach Hause zurückkehren. Bei unseren Folgebesuchen haben uns Eltern gesagt: „Als mein Sohn zurückkam, sagte er zu mir: Nein, Papa, so macht man das nicht, man macht es so.“ Wir sehen den Unterschied, es gibt Resultate, und das freut uns sehr.
Modeste Ouédraogo (Coach für Rinderzucht): Da ich mir bewusst war, dass Landwirtschaft nur in Verbindung mit Viehzucht erfolgreich sein kann, habe ich von Anfang an einen pädagogischen Viehzuchtbetrieb integriert. Am Anfang hatten wir drei Kühe, heute sind es mehr als 16! Dank neuer Techniken der Agrarökologie und der Milchviehhaltung konnten wir den Ertrag an Getreide und Milch steigern.
Dieudonné Bargo: Das 25-jährige Jubiläum von Jéthro ist ein guter Zeitpunkt, um inne zu halten, Gott für seine Begleitung zu danken und zu evaluieren, was wir bisher erreicht haben. Ich hoffe auch, dass wir uns gegenseitig Ideen liefern können, um in unserem Land eine Referenz im Bereich Agrarökologie zu sein.
Mady N. Ouédraogo: Wir müssen auch den Nachwuchs vorbereiten, denn ich bin mir nicht sicher, ob wir in 25 Jahren noch da sein werden. Wir werden also auch in diese Richtung arbeiten, um einen guten Nachwuchs aufzubauen, und uns selbst ein wenig zurückziehen.
Modeste Ouédraogo: Ich möchte mich bei Jéthro-Suisse und all den Spenderinnen und Partnern bedanken, die uns begleiten, damit wir produzieren und Ernährungssouveränität erreichen können. Möge Gott uns immer gute Gesundheit schenken und mögen wir uns gemeinsam für eine gerechtere Landwirtschaft engagieren!
Foto (von links nach rechts): Modeste Ouédraogo, Claude-Eric Robert (Präsident von Jéthro-Suisse), Dieudonné Bargo, Mady N. Ouédraogo
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