"Die Solidarität mit den Ärmsten geht alle etwas an"

Die Vernehmlassung zur Strategie des Bundesrates für die internationale Zusammenarbeit 2025-2028 stösst auf zahlreiche Widerstände. Bernd Nilles, Geschäftsleiter von Fastenaktion, erklärt wieso es wichtig ist, sich für eine solidarische Schweizer Politik einzusetzen. 

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29 April 2024
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Warum ist die Strategie der internationalen Zusammenarbeit, die für den Zeitraum 2025-2028 in die Vernehmlassung ging, problematisch?

Die benannte Strategie ist umstritten, da der Bundesrat mindestens eine Milliarde an Hilfe für die Ärmsten auf der Welt zugunsten des Wiederaufbaus der Ukraine kürzen will. Für die IZA-Strategie 2025-28 sind 11,45 Milliarden Franken vorgesehen. Davon sollen 1,5 Milliarden Franken für die Unterstützung der Ukraine sowie 1,6 Milliarden Franken zur Bekämpfung des Klimawandels eingesetzt werden. Damit werden der IZA zwei riesige zusätzliche Aufgaben zugewiesen, ohne die Gesamtmittel dafür zu erhöhen. Selbstverständlich muss auch die Schweiz einen umfangreichen Beitrag zur Unterstützung der Ukraine sowie zur Bekämpfung der Klimakrise leisten. Wenn der Bundesrat dafür aber nicht zusätzliche Mittel zur Verfügung stellt, käme es zu Verlagerungen in der Ausrichtung der internationalen Zusammenarbeit der Schweiz, weg von nachhaltiger Entwicklung hinzu Krisenintervention.

Ende 2023 hat Alliance Sud die Kampagne „Mehr Solidarität Jetzt“ lanciert. Was fordert diese?

Alliance Sud hat diese Kampagne gemeinsam mit Mitgliedern wie Fastenaktion und befreundeten Hilfswerken wie Interaction gestartet. Die Frage der Solidarität mit den Ärmsten geht alle Menschen etwas an. Sie sollen erfahren, was der Bundesrat plant und wie sich das auswirkt. Wir möchten möglichst viele Menschen für drei Ziele gewinnen:

  • Solidarisch handeln in der Vielfachkrise
  • Weniger nehmen und mehr geben
  • Vielfältige Zivilgesellschaft stärken

Wieso sollten sich Christ:innen mit den Herausforderungen der Entwicklungszusammenarbeit befassen?

Im Evangelium ist diese Mission der Christ:innen spürbar: „Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25). Seit den 1960er Jahren sind Themen wie die Entkolonialisierung, die Solidarität mit den Armen und die Bewahrung der Schöpfung in der Kirche und der Gesellschaft wichtig geworden. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, nicht nur uns selbst, sondern auch die Schweizer Regierung an unsere verfassungsmässige Pflicht zur Linderung der Armut und zum Schutz der Umwelt zu erinnern. Dazu gehört auch die Notwendigkeit, sich gegen eine Kürzung der Entwicklungszusammenarbeit zu wehren.

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Dies ist eine verkürzte Fassung des Originalartikels, den StopPauvreté auf Französisch verfasst und in der Märzausgabe 2024 des Magazins Christianisme Aujourd’hui veröffentlicht hat.

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