Ein Team von Jethro Schweiz hat diesen Sommer das Projekt im Norden des Landes besucht.

Im vergangenen Sommer, kurz vor der Regenzeit, besuchte ein Team von Jethro Schweiz die Dörfer im nördlichen Zentrum von Burkina Faso, um an den agrarökologischen Schulungen, die Jethro Burkina in dieser Region anbietet, dabei zu sein. Unter den Projektteilnehmenden war auch Ernest Zongo, 46 Jahre alt, Landwirt in Bidougou und Vater von vier Kindern. Er berichtete dem Jethro-Team, wie sich diese Schulung auf seinen Ertrag und den Alltag seiner Familie ausgewirkt hat.
Von Jethro Schweiz
„Die Techniken zur Bodenerhaltung, insbesondere Zaï, Halbmonde und Kompostierung, werden meine Art des Anbaus stark verändern”, erklärt Ernest, der gerade den zweieinhalbmonatigen Kurs für Fortgeschrittene am Centre de Formation Agricole (CFA) in Bendatoega absolviert hat.
Beim Zaï werden vor der Regenzeit kleine, mit Kompost gefüllte Gruben ausgehoben, die Wasser und Nährstoffe direkt am Fuss der Pflanzen bündeln; sie ziehen zudem Termiten an, deren Gänge den Boden etwas besser belüften. An Hanglagen oder auf besonders kargen Böden halten die Halbmonde – halbmondförmige Erdwälle, die dem Hang zugewandt ausgehoben werden – das abfliessende Wasser zurück, bis es versickert, anstatt es zusammen mit dem fruchtbaren Boden abfliessen zu lassen. Diese Massnahmen erfordern keine teuren Fremdmittel, sondern lediglich Erde, Kompost und ein wenig Arbeitskraft.

Indem Ernest die Kompostierung in seine Anbaumethoden integriert hat, ist der Maisertrag auf seiner zwei Hektaren-Fläche von zwei auf fünf Tonnen gestiegen. Ein Ergebnis, das ihn heute dazu motiviert, in den Reisanbau und die Milchviehhaltung einzusteigen, wofür er bereits begonnen hat, einen Futtervorrat anzulegen.
„Heute gelingt es mir viel einfacher, die Schul- und Gesundheitskosten zu bestreiten” (Ernest Zongo).
Bei unserem Besuch hatten die Felder noch keine Erträge geliefert: Die Zaïs und Halbmonde waren ausgehoben, der Kompost verteilt, aber die Bäuerinnen und Bauern warteten auf die ersten Regenfälle, um zu säen. Das nachfolgende Foto zeigt die Parzelle eines Binnenvertriebenen, der von Jethro geschult worden war und der sein Feld vor Beginn der Saison sorgfältig nach diesen Techniken vorbereitet hatte. Die Regenfälle setzten im August ein und halten auch im September an, sodass diese Massnahmen nun endlich ihre Wirkung entfalten können. Das Wasser, das nun zurückgehalten statt verloren geht, verbessert heute den Ertrag dieser erst kürzlich in Bewirtschaftung genommenen Parzellen.

Praktischer Kurs in Agrarökologie in Bendatoega.
Angesichts des Klimawandels gewinnt die Umsetzung dieser Techniken von Jahr zu Jahr an Bedeutung. Im Jahr 2025 war die Agrarsaison zwar landesweit regenreich, doch mehrere Dörfer erlebten Dürreperioden von mehr als zehn Tagen, die die Kulturen unter Stress setzten. Die nach der Zaï- und Halbmond-Methode angelegten Parzellen waren davon deutlich weniger betroffen, was den Nutzen dieser Techniken angesichts zunehmend unregelmässiger Regenzeiten bestätigt.
Dieses Projekt von Jethro wird durch den Igive2Help-Fonds von Interaction kofinanziert.
Copyright Fotos: Jethro. Auf dem Titelbild ist ein Feld zu sehen, das nach der Zaïmethode bewirtschaftet wird.
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