Das Projekt „Vielfalt in der Zugehörigkeit" stärkt die Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaften.

In Zusammenarbeit mit Wycliffe unterstützt das von SIL Bangladesch durchgeführte Projekt „Vielfalt in der Zugehörigkeit“ Gemeinschaften dabei, sowohl die Alphabetisierung als auch lokale Führungsstrukturen zu stärken. Dank der Verbindung dieser beiden Dimensionen trägt das Projekt zu widerstandsfähigeren Gemeinschaften bei.
Von Anne-Lize Idemuda, Wycliffe Schweiz
Während der Aktivitäten zum Weltalphabetisierungstag am vergangenen 8. September bekundeten viele Familien erneut ihr Interesse an Bildung. Eltern, die einst nur begrenzte Erwartungen an ihre Kinder hatten, hoffen nun, dass diese Berufe wie Lehrer:in oder Beamte:r ergreifen können. Gleichzeitig bieten Alphabetisierungskurse für Erwachsene älteren Generationen, die keine Schule besuchen konnten, neue Möglichkeiten und unterstreichen den Wert des Lernens in jeder Lebensphase.
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt des Projekts „Vielfalt in der Zugehörigkeit“ ist die Führungsrolle. Dorfkomitees sind bei der Entscheidungsfindung zentral, werden jedoch traditionell von Männern und Ältesten geleitet. Im Jahr 2024 unterstützte das Projekt Reformen in 64 Dörfern, um die Beteiligung von Frauen und Jugendlichen sicherzustellen und die Führungsrollen inklusiver und ausgewogener zu gestalten.
Für viele machen diese Veränderungen persönlich einen grossen Unterschied. Banya Roy, eine Frau aus dem Dorf Verendi, im Nordwesten des Landes, berichtet:
„Aufgrund der Armut musste ich die Schule frühzeitig verlassen und wurde jung verheiratet. Aber ich habe immer davon geträumt, mein Dorf zu verbessern. Als SIL letztes Jahr die Idee vorstellte, die Dorfkomitees zu stärken, hatte ich das Gefühl, dass mein Traum endlich wahr werden könnte. Zusammen mit anderen Mitgliedern meiner Gemeinschaft haben wir ein fünfköpfiges Komitee gebildet, und ich wurde zur Sekretärin gewählt. Jetzt halten wir regelmässig Sitzungen ab, sorgen dafür, dass Kinder registriert und in die Schule eingeschrieben werden, und bringen unsere Anliegen vor den Gemeinderat, der uns jetzt mehr zuhört und respektiert.“
Ihre Geschichte spiegelt den umfassenden Wandel wider, der derzeit stattfindet. Der Vorsitzende des Dorfkomitees, Karma Tigga, erklärt:
„Jetzt, da auch Frauen und Jugendliche einbezogen werden, treffen wir gemeinsam Entscheidungen und führen Protokoll. Die Menschen respektieren das Komitee mehr, und wir fühlen uns zuversichtlich, soziale Probleme als Gemeinschaft anzugehen.“
Durch die Kombination von Alphabetisierungsinitiativen mit integrativer Führung trägt das Projekt zu stärkeren, widerstandsfähigeren Gemeinschaften bei, in denen Menschen wie Banya und Karma aktiv eine bessere Zukunft mitgestalten können.
Das Projekt von Wycliffe in Bangladesch ist Teil des Globalprogramms von Interaction, welches von der DEZA mitfinanziert wird.
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