Drei eindrückliche Porträts und Erfolgsgeschichten von Absolvierenden des Berufsbildungsprojekts von Selam.

In Hawassa im Süden Äthiopiens sind rund 35 % der Stadtbevölkerung jünger als 34 Jahre. Wenige Jobchancen, eine schwache wirtschaftliche Nachfrage, politische Instabilitäten und verwaltungstechnische Hürden erschweren den Einstieg ins Berufsleben erheblich. Trotz staatlicher Initiativen zur Schaffung von Arbeitsplätzen stellen das rasche Bevölkerungswachstum und die zunehmende Land-Stadt-Migration grosse Herausforderungen dar. Etwa 26 % dieser jungen Bevölkerungsgruppe sind arbeitslos.
Von Selam
Das SELAM Technical and Vocational College (SABG) bietet Jugendlichen eine praxisnahe Berufsbildung, die Hoffnung, Selbstvertrauen und die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Drei Absolvierende erzählen, wie sich die Teilnahme an einer Berufslehre auf ihr Leben ausgewirkt hat:

Tibebu Deyemo musste sein Universitätsstudium aus gesundheitlichen und finanziellen Gründen abbrechen. Im Programm Hotel Kitchen Operation bei SABG erlernte er nicht nur Kochkünste, sondern auch professionelles Arbeiten, ethisches Handeln und Problemlösungsfähigkeiten. Heute ist er Supervisor im renommierten Haile Resort in Hawassa, wurde als „Bester Mitarbeiter“ ausgezeichnet und unterstützt seine Geschwister. Er plant, ein eigenes Restaurant zu eröffnen, um Arbeitsplätze für andere junge Menschen zu schaffen.
„Wenn man im Leben ein gewisses Level erreicht, ist es wichtig, sich an seine Wurzeln zu erinnern. Deshalb unterstütze ich meine Familie – ich möchte, dass sie das erreicht, was ich erreicht habe.“ – Tibebu Deyemo

Biruk Duha fand trotz ihres Diploms in Büromanagement keine Arbeit. Im Food Preparation-Programm bei SABG entfaltete sie ihr Potenzial und wurde noch während der Ausbildung zur Hauptköchin ernannt. Sie betont, wie sehr ihr das unterstützende Umfeld bei SABG geholfen hat, sich persönlich weiterzuentwickeln. Heute tritt sie selbstbewusst auf und motiviert andere, ebenfalls diesen Weg zu gehen.
„SABG hat nicht nur mein Leben verändert, sondern mir auch die Werkzeuge an die Hand gegeben, um andere in meiner Gemeinschaft zu ermutigen.“ – Biruk Duha

Tesfahun arbeitete schon als Kind und verkaufte Wassertanks und Baumaterial auf einem Eselskarren, um seine Familie zu unterstützen. Ein Stipendium ermöglichte ihm die Teilnahme am Automechanik-Programm bei SABG, was sich als Wendepunkt in seinem Leben darstellte. Heute besitzt er eigene Werkzeuge und unterstützt seine Familie finanziell. Er träumt davon, sein eigenes Unternehmen zu gründen, um anderen zu helfen, wie ihm geholfen wurde.
«Das Team bei SABG hat mich stets ermutigt und mir eine hoffnungsvolle Zukunft aufgezeigt. Sie haben mir Verantwortung übertragen, die mein Vertrauen in meine Fähigkeiten gestärkt hat.» – Tesfahun
Das Projekt, welches vom Igive2help Fonds mitfinanziert wird, hat zum Ziel, benachteiligte junge Erwachsene in Hawassa zu stärken. Total nehmen 1 984 Lernende teil, davon 1 290 Frauen. Durch praxisnahe Berufsausbildungen, Praktika und Jobvermittlung finden sie den Einstieg ins Arbeitsleben. Mit 95 % erfolgreicher Jobvermittlung innerhalb von sechs Monaten nach Programmabschluss zeigt SABG, wie wirksam diese Förderung ist. Das bestätigen auch die Geschichten von Tibebu, Biruk und Tesfahun eindrücklich.
Fotos: Genaye Eshetu
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